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Notfallmedizin zwischen Kontinenten

Bei unserem letzten Meeting haben wir einen Vortrag von Dr. Bernadette Erdmann vom Rotary Club Wolfsburg gehört. Frau Dr. Erdmann ist Chefärztin der Notaufnahme des Wolfsburger Klinikums. Gemeinsam mit einigen Studienfreunden und Kollegen aus der Medizin engagiert sie sich seit einigen Jahren in dem Zomba-Hospital Projekt. Wir hörten einen sehr interessanten Vortrag über die medizinische Versorgungslage in dem südost-afrikanischen Staat Malawi und die Entstehung und Entwicklung des Zomba-Hospital Projektes.

Zu Beginn des Vortrags bekamen wir Informationen über den Staat Malawi und die Lage in der Region an sich. In dem Land befinden sich lediglich 4 zentrale Krankenhäuser, die bis zu 100 Betten haben und oft mehrfach besetzt werden. Das Einzugsgebiet des Zomba Hospitals umfasst 4,5 Millionen Patienten (im Vergleich: das Klinikum Wolfsburg umfasst nur 250.000 Patienten).

Das Einkommen in Malawi ist sehr gering und die Versorgung von Wasser, Nahrung und Medizin ist dementsprechend schlecht. Rettungsdienste wie einen Krankenwagen gibt es nicht. Oft werden die Patienten über viele Stunden in privaten PKWs durch die schlechten Straßen transportiert und vor der Klinik abgeladen, wo sie dann noch mehrere Stunden geduldig vor dem Krankenhaus warten. Krankheitsursachen sind zumeist HIV-Infektionen, Typhus oder Malaria – Krankheiten, die in Europa schon lange ausgestorben sind.

Mit dem Zomba-Hospital Projekt wurden schon einige Bereiche im Klinikum aufgebaut, wie z. B. Chirurgie, Urologie und Notfall- und Intensivmedizin. Frau Dr. Erdmann versucht dort mit ihrem Team Grundlagen beizubringen. Dies geht von einfachen Hygiene-Standards bis hin zu Innerer Medizin und Diagnostik. Ein regelmäßiger Austausch der Mitarbeiter untereinander und die Hospitationsmöglichkeiten in Deutschland oder Nachbarstaaten von Malawi sind auch von großer Bedeutung.

Weitere Informationen sind unter: www.zomba-hospital-projekt.de zu finden.

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